Von Tiefen und Höhen - Von Frust und Erschöpfung bis das höchste der Gefühle - Ein Anfänger alleine am Grande Fiume

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    Ich grüße Euch hallo10


    hiermit möchte ich meinen zweiten Urlaub im Wallercamp La Motta am Po niederschreiben.
    Dieser sehr lange im Vorfeld geplante Trip war auch das Zweite mal, bei dem ich mich der Wallerfischerei gewidmet habe.
    Zwischen meinem ersten Trip im Oktober 2018 und dem Letzten lag zwar genug Zeit, in dem ich mich auch mal den noch heimischen Gewässer widmen hätte können um den Urian aufzusuchen, doch legte ich meinen Fokus erst einmal auf eine berufliche Umorientierung, welche nun eine zweite Ausbildung zum Hörakustiker, Nähe Stuttgart sein wird.


    Seit meinem ersten Urlaub im Oktober 2018 verging kein einziger Tag an dem ich nicht an das am Po und Oglio bei La Motta erlebte, dachte.
    Auch die Entscheidung einer zweiten Ausbildung mit Umzug von Berlin/Brandenburg nach Baden-Württemberg steht diesem Erlebnis sehr nahe.


    Zuerst war, wie in meinem ersten Bericht hier im Forum niedergeschrieben, ein Floating von 5 Tagen mit Uli geplant, was mir aber bei den Vorbereitungen zu diesem Trip etwas wenig erschien, woraufhin ich Uli im Juli kontaktierte, um ihn zu fragen welche Ideen er hätte meinen Aufenthalt dort im Camp noch länger zu gestalten.
    Wir einigten uns darauf den Start des Urlaubs mit einem Floating/Guiding zu beginnen und eine weitere Woche Outdoor mit eigenen Boot hinten dran zu hängen, welches sich aber am Ende als weitaus längere Zeit entpuppte.


    Wie nun erschwerend dazu kam war, dass ich leider noch keinen Führerschein besitze.
    In meinen Planungen inbegriffen war zwar den Schein vor dem Start meiner Ausbildung in der Tasche zu haben, doch leider überschnitt sich die Zeit, woraufhin ich nun den Führerschein zum Start meiner Ausbildung in Bietigheim-Bissingen beginnen werde.
    Bei der Suche nach Alternativen zum Reiseantritt wählte ich letztendlich die Reisemöglichkeit der Bahn und die Fahrt wurde für den 6.8.2019 gebucht. :pcwink:


    Die Mitnahme des Gepäcks musste natürlich geregelt sein, denn zu Fuß mit 5 Reisetaschen a 20kg, ist leider nicht vorstellbar.
    Somit beschränkte sich das Gepäck auf mein Rutenfutteral, der Schlafsacktasche und einer Reisetasche wo meine Kleidung und Kleinteile etc. verstaut waren.


    Die Fahrt war überraschenderweise entspannender als die Autofahrt von Brandenburg im Oktober 2018 und meine Vorfreude während der Fahrt war einfach unbeschreiblich, da die Planungen dazu schon so lange zurücklagen.
    Um circa 15:00 erreichte ich den Bahnhof in Verona.



    Nun erfolgte nur noch ein Umstieg in die Regionalbahn die mich nach Mantova brachte und wo auch schon Chris vom Lago warten sollte.



    Nach kurzer Zeit kam ich dann auch schon auf La Motta an, wo ich mich erst einmal zu einer Gruppe anderer Gäste zugesellte und auf die Ankunft von Uli wartete.
    Ich freute mich Uli wieder zu sehen und wir besprachen dann im Verlauf das Floating, und was wir genau machen werden.


    Am ersten Tag sollte Spinnfischen auf dem Plan stehen, gefolgt von zwei Ansitzen, welche sich an der Steinpackung und an einer Sandbank aufteilen sollten.
    Nach der Ankunft machte ich mich dann mit Uli auf den Weg zum Supermarkt um mich erst einmal für die nächste Zeit versorgen zu können.
    Uli brachte mich dann wieder zurück ins Camp und teilte mir mit das wir dann gegen ca. 20:00 Uhr aufbrechen zum Spinnfischen.
    In der Zwischenzeit richtete ich meine Unterkunft her und ließ langsam den Beginn dieses Urlaubs auf mich wirken.




    Wie geplant kam Uli dann zurück ins Camp, woraufhin wir ein Boot vorbereiteten und Motor etc. zum Steg hinunter trugen.
    In dem Moment, an dem ich nach 10 Monaten den Platz am Oglio wieder erblickte an dem ich meinen ersten Waller alleine fing und woran ich mich jeden Tag dran erinnerte war ein toller Moment für mich.



    Mit aller benötigter Ausrüstung legten wir nun also vom Steg ab und fuhren Fluss auf, bis zum Hafenbecken bei Suzarra, an dem wir erst einmal an einer kleinen Sandbank anlegten und den Fluss sich beruhigen ließen, da wir uns die gesamte Strecke wieder abtreiben lassen sollten.
    Für mich war es das Erste mal Spinnfischen auf Waller und Glück für mich gleich zu Beginn einen Experten an der Seite zu haben.


    Von den Meeräschen wusste ich im Vorfeld und auch in etwa wie sie aussehen, doch Begriffe wie ''Millionen von Äschen'' etc. welche ich vor der Tour in Berichten ließ hielt ich erst einmal für Übertreibungen.
    Nach ca. 1 1/2 Stunden fischen, bei dem wir über eine Sandbank trieben, leuchtete Uli einmal mit der Kopflampe ins Wasser und es verschlug mir die Sprache welche Masse an Äschen dort im Fluss unterwegs war und auch welches Verhalten sie an den Tag legen wenn sie durch etwaige Umstände aufschrecken. :huuch:


    Nach ca. 2 Stunden widmeten wir uns dem Schlenzen an der Steinpackung, wo Uli auch nach kurzer Zeit gleich eine Attacke verzeichnen konnte, der Fisch doch leider nicht hing.
    Das Wetter schlug leider nach ca. 3 Stunden etwas um und es kamen leichte Windböhen auf.
    Als wir dann am Kalle-Loch ankamen widmeten wir uns noch einiger Würfe bis wir die Tour abbrachen da der Wind immer stärker wurde.


    Am nächsten Tag sollte dann wie bereits erwähnt ein Ansitz an der Steinpackung stattfinden und wir machten uns wieder auf den Weg, auf dem wir in zwei Zwischenstops versuchten ein paar Äschen mit Spinnerblatt und Tremolini zu überlisten.
    Doch leider ging einfach nichts.
    Somit mussten dann also die Karauschen herhalten.



    Vor meiner Tour hatte ich geplant, definitiv auch tiefe Steinpackungen aufzusuchen um dort zu fischen, da ich mir gut vorstellen konnte das bei diesen Temperaturen sich dort einige Waller niederlassen.
    Nachdem ich aber nun sah welcher Aufwand nötig ist, ein großes Hauptboot mitten an der Steinpackung anzulegen, und ich wusste in der nächsten Woche auf mich alleine gestellt zu sein, strich ich diesen Gedanken aufgrund meiner Boots-Erfahrung schon vorweg.
    Auch Uli erwähnte nur das ich mir das Fischen an der Packung erst einmal aus dem Kopf schlagen soll.


    Nachdem 3 Ruten Strom ab und 1 Rute Strom auf lagen ging es in die Warterunde und der erste Biss ließ nicht lange auf sich warten.
    Leider doch nur ein Fehlbiss, welcher nicht der einzigste dieser Tour sein sollte, denn wie auch schon Daniel Reder in seinem Bericht in den Fangmeldungen schrieb, war auch meine Tour mit einer Masse an Fehlbissen übersäht.


    Die Aktionen über die Nacht häuften sich, und am Morgen war dann klar das wirklich alle 4 Ruten einen Fehlbiss kassiert hatten.
    Die Fische hatten einfach keinen Bock, und laut Uli kamen die Bisse auch nur zu stande da die Karauschen die dort abliegenden Waller nervten.



    Der letzte Tag des Guidings fand dann an einer Sandbank ca. 150m Strom ab von der Oglio Mündung statt und auch an diesen Tag wurde versucht ein paar Meeräschen als Köder zu bekommen, was sich als Erfolg herausstellte.
    Kurz darauf begann das Legen der Ruten bzw. erst das Stecken der Stöcke, und etwas das mich an ein nicht so schönes Erlebnis erinnert.
    Natürlich sollte ich nach dem Guiding alleine am Fluss mit Haupt -und Schlauchboot fischen und diese Tour sollte mir auch dazu dienen Erfahrung in diesem Bereich zu sammeln.
    Die Stöcker standen und wir fuhren im Schlauchboot zu einem der Stöcke um die Montage per U-Pose direkt am Abriss zu präsentieren.
    Nachdem wir vom Setzen der zweiten Rute zurück kamen stellten wir fest das es an der ersten gelegten Rute schon einen Biss gab, leider ließ sich aber kein Druck mehr zum Fisch aufbauen.
    Also fuhren wir erneut zu dieser Rute um sie auszulegen.
    Uli stieg aus, und richtete alles her, woraufhin er mir die Rute in die Hand gab und sagte, jetzt fährst du mal alleine zum Hauptboot.


    Was folgte war wahrscheinlich die größte Katastrophe in der Geschichte von anfänglichen Fahrversuchen mit einem Schlauchboot.
    Im Zick-Zack steuerte ich Richtung Hauptboot bis ich mich aus irgendeinen Grund dazu entschied mich auf die andere Seite zu setzen, woraufhin ich komplett die Kontrolle verlor, und mit Vollgas auf die Sandbank auffuhr.


    Dazu muss ich sagen das man das Fahrrad fahren auch nicht einhändig lernt, und dazu kam, dass das Hauptboot Strom ab lag.
    Eine Entschuldigung für dieses Geschehen soll das natürlich nicht sein.
    Ich hatte mich komplett überschätzt. :hmmmm:


    Die nächsten Versuche verliefen dann aber schon ein wenig besser, doch immer noch sehr ruckelig.
    Nach der skeptischen Beobachtung dieser anfänglichen Schlauchboot-Versuche sagte Uli nur: ,,Wenn du morgen immer noch so fährst, lasse ich dich nicht alleine raus''
    In diesem Moment hatte ich schon Überlegungen das Hauptboot einfach stehen zu lassen und der Einladung, mich den anderen Gästen, die sich auf einer Sandbank aufhielten anzuschließen.
    Das Thema wurde erst einmal belassen und die nächste Warterunde stand vor der Tür.


    Auch diese Nacht wurde nicht von Fehlbissen verschont und am Morgen wurden dann zwei Montagen mit geklauten Köderfisch eingeholt.


    Als wir dann alles für die Rückfahrt vorbereiteten kamen wir zurück auf das Thema, dass ich alleine herausfahren wollte.
    Uli gab mir dann den Auftrag mit dem Hauptboot rauszufahren, am besten an einer Sandbank anzulegen, den Rettungsring über Bord zu werfen um ihn dann mit dem Schlauchboot schleunigst wieder einzusammeln, um ein Gefühl für das Schlauchboot zu bekommen.


    Davor gab es dann aber erst einmal eine Stärkung im Camp und ich machte mich zeitnah auf den Weg.
    Kurz unterhalb vom Haseneck legte ich das Hauptboot an, woraufhin ich diese Übung 2-3 mal wiederholte und auch sehr schnell mehr Kontrolle über das Schlauchboot erlangen konnte.


    Gegen ca. 18 Uhr suchte ich dann nach einen geeigneten Angelplatz um dort meine erste Nacht alleine zu verbringen.
    Gewählt wurde dann die Sandbank gegenüber vom Rattenplatz, bei der ich die Innenkurve bei einer Tiefe von ca. 2,5 - 3m mit U-Posen befischen wollte.


    Da ich das Auslegen mit Schlauchboot und Echolot aber erst einmal ruhen ließ und dieses Thema am nächsten Tag angehen wollte, entschied ich mich die Köderfische mit Stein vom Ufer auszuwerfen.
    Im Boot baute ich mir dann also einen ca. 6cm langen Gummi, der für den Hakenschutz gedacht ist auf die Hauptschnur, sodass der Reißleinen-Wirbel beim Spannen in keinem Fall meinen Wirbel, der die Hauptschnur mit Vorfach verbindet beschädigen konnte.



    Gesagt, getan steckte ich also noch jeweils einen Umlenker, ca. 5m oberhalb der beiden Stellen die ich befischen wollte und brachte die Montagen aus, woraufhin ich mich mit der Rute zu Fuß auf der Sandbank, entlang des Ufers mit Blick auf den Sonnenuntergang in Richtung Hauptboot begab, währenddessen das melodische Glockenspiel Italiens um 20:00 Uhr diesen Tag für mich langsam abklingen ließ.





    Ca. 1 Stunde nach dem Auslegen bekam ich sogar noch eine Aktion, welche sich zwar nur als Fehlbiss herausstellte, aber mich als blutigen Anfänger doch etwas in dem was ich tat bestärkte.


    Nach dieser Nacht, und dem Aufwachen am Fluss, während der Nebel sehr leicht über der Ebene Stand, hatte ich das Gefühl nun angekommen zu sein, und der Plan in der nächsten Nacht den selben Platz zu befischen stand fest, und ich räumte alles zusammen und begab mich ins Camp.




    Als ich am Boots-Steg ankam empfing mich der Oglio mit einem atemberaubenden Lichtspiel.





    Im Camp gönnte ich mir also eine Stärkung und etwas Schlaf, bis es mich am Nachmittag wieder zum Boots-Steg verschlug, meine nächste Ausfahrt vorbereitete und losfuhr.


    Wie geplant steuerte ich wieder zur Sandbank gegenüber des Rattenplatzes und brachte erst einmal die Köderfische ins Wasser.


    Es folgte eine kleine Erkundungstour der Struktur dieser Innenkurve, bei der ich genau 3 sehr interessante Quer-Kanten von 30 - ca. 80cm ausmachen konnte.
    An diesen Stellen steckte ich mir kleine Holzstöcke an das Ufer um sie nicht mehr zu verfehlen, und ich begab mich wieder zurück zum Haupboot.


    Als nächstes legte ich mir Rute, Stein und Köderfisch ins Schlauchboot und probte im Kopf wie ich das Auslegen genau handhabe könnte.


    Ich startete mit der weitesten Rute.


    Das erste mal Auslegen lief zwar etwas ruckelig, doch der Stein wurde genau an der Kante platziert und ich fuhr in Richtung Hauptboot.
    Die Spule meiner Multirolle unbeachtend bemerkte ich ca. 5m vor dem Boot einen Widerstand an der Rute welcher sehr rasch immer stärker wurde, bis ich auf die Idee kam mal auf die Spule zu schauen und zu meinem Erschrecken feststellte, dass die Rolle leer war.


    Unfassbar, aber das ging eben mal in die Hose.
    Ich ließ mich also wieder zurück zum Platz treiben und legte die Rute - der Beschaffenheit von Bodenstruktur unbeachtend - an einem kürzeren Punkt ab, woraufhin die beiden nächsten Ruten folgten.


    Während dieses Auslegevorgangs versuchte ich mich so gut wie es nur ging zu konzentrieren und als ich am Boot ankam, es für die Nacht herrichtete, mich bei Sonnenuntergang auf die Bordwand setzte und eine Zigarette zündete, war ich einfach nur stolz wie Oskar das Ganze alleine und ohne Hilfe gemacht zu haben. :perfekt:


    Diese Nacht verlief ohne Aktion, doch ich entschied mich dazu auch die nächsten 2-3 Nächte an diesem Platz zu fischen, da ich es als idealen Ort sah um meine Fahr -und Auslegefähigkeiten zu verbessern und festigen.


    Die nächsten zwei Nächste verliefen leider wieder ohne Aktion, was mir aber auffiel war das ich das Auslegen schon gut beherschte, und mir sogar schon viel Spaß bereitete, sich wirklich dabei genug Zeit zu lassen den Stein mithilfe von abtasten des Gewässergrundes direkt in die Kante hineinzulegen.


    Ich begab mich also nun die vierte Nacht an diesen Platz und legte die Karauschen wieder in die interessanten Kanten ab und genoss die Abendstimmung am großen Fluss Italiens.




    Die Köderfische waren in dieser Nacht im Vergleich zu den vergangenen Nächten bei der weitesten und mittleren Rute sehr nervös und ich begab mich in die Nachtruhe.


    Das Folgende lässt sich nur schwer in Worte verfassen, da ich erst vorgestern wieder zuhause ankam und die Zeit so schnell verging das ich wahrscheinlich erst in den nächsten Tagen anfangen werde alles richtig zu verarbeiten, doch diese Nacht war für mich etwas wirklich besonderes, denn gegen 23 Uhr Nachts läutete die Glocke der mittleren Ruten mit wilden Schlägen gegen den Blank auf, und im leichten Lichtschein des Mondes erblickte ich eine krumme Rute.


    Wie wild rannte ich aus dem Bootszelt, griff nach der Rute und wahrscheinlich eines der tollsten Erlebnisse meines Lebens begann, als der Wels die Flucht aufnahm und mir im Rausch des Adrenalins im Hinterkopf klar wurde Erfolg gehabt zu haben.


    Schnell sprang ich ins Schlauchboot und ließ mich zum Fisch treiben bis ich über ihn war, den Handschuh anzog, und nach gewisser Zeit den Fisch greifen konnte und ins Schlauchboot zog.
    Ich klatschte in die Hände und war überglücklich.
    Als ich am Hauptboot ankam genoss der Fisch im Schlauchboot erst einmal eine genüssliche Dusche von 10 Liter.


    Uli lieh mir über die Zeit zwar sein Anleinseil aus, doch war ich mir nicht sicher in welcher Spalte man genau das Anleinseil durchführt ohne dem Fisch Schaden zuzufügen, denn das Letzte was ich wollte war das Sterben dieses Fisches am Morgen feststellen zu müssen.


    Somit entschied ich mich ein paar schnelle Fotos zu machen, und ihn danach wieder in sein Element zu überlassen.




    Für diese Tour hatte ich absichtlich kein Maßband mitgenommen, da es mir als Nebensache erschien.
    Hätte es wirklich zu einem Fang eines sehr großen Wallers geführt hätte ich diesen auch ungefähr mit der Länge meiner 2,40m Rute abschätzen können, auch wenn er 50cm länger als die Rute gewesen wäre :hahaha: Spaß beiseite.
    Auch in Zukunft habe ich nicht vor ein Maßband mit ins Gepäck einzubringen.


    Mit riesiger Begeisterung berichtete bei Wiederankunft Allen von dem Fang, woraufhin ich einen entspannten Nachmittag im Camp genoss.
    Einer der anderen Gäste war so frei mich zum Einkaufen beim Iper mitzunehmen sodass ich meinen Nahrungsvorrat auffrischen konnte.


    Als wir wieder im Camp ankamen reißte auch schon der nächste Gast, Patrick Schwegler an, welchen ich von Videos der Waller Safari kannte.
    Nach ein paar Gesprächen in einer Runde unter den Gästen begaben sich wieder Alle auf den Fluss um dem nachzugehen wozu wir angereißt waren.


    Wie auch die gesamte Zeit im August war es kein großes Gewicht, dass wieder keiner etwas in der letzten Nacht gefangen hatte wie sich auch im Gespräch mit Patrick am Bootsteg herausstellte.
    Aus Spontanität entschied ich mich Patrick einzuladen bei meinem Boot mitzukommen, woraufhin auch gleich das Boot vorbereitet wurde.


    Die nächsten 3 Nächte war ich dann also mit Patrick unterwegs, und überließ ihm natürlich aufgrund seiner Erfahrung die Platzwahl.


    Er entschied sich für eine Steinpackung oberhalb des Suzarra Hafenbeckens auf der rechten Seite und gespannt betrachtete ich sein Vorgehen.


    Nicht mehr genau errinnernt denke ich das 3 Ruten Strom ab und 1 Rute Strom auf gelegt wurden bei dem mir seine Art des Umlenkens auffiel, denn die längste Rute wurde beispielsweise ca. 4 mal am Bewuchs der über der Steinpackung umgelenkt.
    Nachdem alle Ruten gelegt waren erschien es mir unmöglich dort noch einen Überblick zu behalten, doch auf Patrick konnte man sich schon verlassen.
    Für mich sah es jedenfalls in dem Bewuchs der Steinpackung wie eine Masse an angebrachter Stromleitungen aus laugh4


    Kurz nachdem es dunkel wurde erhielten wir dann auch einen Biss, welcher sich im späteren Verlauf sogar für Patrick als ein Sensationsfang herausstellen sollte.


    Patrick steuerte sein Schlauchboot Richtung Fisch, oder sollte ich besser sagen Fische (?) bis wir am Platz ankamen und uns sofort auffiel das hier irgendetwas sehr ungewöhnlich ist.


    Als der Fisch (Fische) dann im Schlauchboot landeten überfiel uns ein wahrer Lachanfall, denn gleich 2 Fische hatten sich an dieser Montage verlaufen.
    Ein ca. 80cm großer Wels hing am Einzelhaken, und ein ca. 55cm großer Katzenwels am Drilling, zur selben Zeit.



    Wirklich schon sehr interessant was sich da am großen Fluss alles machen lässt laugh4


    Es war für mich, wie auch bei meinen Guidings mit Uli sehr interessant den Patrick bei seinen Techniken und Vorgehen zu betrachten, da er auch jahrelang dieser Fischerei nachging.


    Die nächste Nacht suchte Patrick dann das Natur-Ufer oberhalb der Rattenplatz-Steinpackung auf, bei der 3 Ruten Strom ab ins Natur-Ufer und eine Rute oberhalb an einem Quer-Abriss der Sandbank abgelegt wurden.
    Laut Patrick erfuhr ich, das Uli ihm mitteilte mir etwas bei dem Erlernen der einfachen Fischerei zu helfen, woraufhin ich nur schmunzeln musste als ich die erneute Stromleitungsfischerei betrachtete.
    Am Abend wurde dann der Gaskocher hergerichtet, ein paar Cordon-Bleu verzehrt, den Sonnenuntergang betrachtet und gegen ca. 21 Uhr passierte uns Uli mit einem Gast zum Spinnfischen.






    Die Nacht verlief trotz perfekt abgelegter Ruten wieder ohne Aktion und für Patrick war es auch erstaunlich wie zäh es zu dieser Zeit läuft.


    Auch in der nächsten, und zugleich letzten Nacht zusammen mit Patrick verbuchten wir an der Packung Null Aktion.
    Begleitend in der Nacht war auch ein durchwachsener Sturm, welcher mich schon etwas unruhiger schlafen ließ da ich auf einem Boot so etwas noch nie erlebt hatte.


    Am Boots-Steg angekommen verlud Patrick wieder seine Ausrüstung in sein Schlauchboot und im Camp wurde gerätselt was man nur machen könne um zum gewünschten Erfolg zu kommen.
    Auch Uli sagte nur das man alles probieren muss, er aber eher auf tiefe Steinpackungen setzen würde.


    Bei meinem nächsten Ansitz versuchte ich die Nacht im Oktober 2018, in der ich am Oglio mit den von Uli ausgebrachten Ruten alleine meinen ersten Wels fangen konnte nachzustellen, bei der ich mich gegenüber vom Boots-Steg, ca. 200m Richtung Po verankerte und zwei Ruten nach oben an den Abriss und eine nach unten an den Anfang der Steinpackung legen wollte, was mir zu meiner Freude über die erlangte Erfahrung mit dem Schlauchboot gelang.
    Ich bereitete mich auf die Nacht vor und genoss die wunderschöne Abendstimmung im Oglio.






    Über die Nacht hatte ich wieder leider, außer eines Nutria im Zelt, keine Aktion.


    Die nächsten zwei Nächte verbrachte ich wieder an meiner Sandbank, und eine weitere Nacht an der Oglio Mündung bei der meine Montagen regelrecht von Kraut und Treibgut überfallen wurden, und außer einem Katzenwels an der Sandbank konnte ich leider nichts verbuchen.
    Was man aber festhalten muss ist definitv der Biss den diese Biester liefern, denn aus dem Schlaf aufgeschreckt ließ die Brutalität des Bisses erst auf einen großen Wels schließen, bis ich aber den Anschlag setzte und merkte das ich den Fisch vom Boot heran kurbeln kann.
    Wie sich durch einen anderen Gast des Camps im nachhinein herausstellte war der gefangene Katzenwels mit leicht bläulicher Haut wohl eine seltene Art die als sehr begehrter Speisefisch gilt.
    Unwissend wurde er aber wieder dem Fluss überlassen.




    Auch ich machte mir nach dieser Nacht Gedanken, wo ich denn etwas ziel orientierter fischen könne und die Wahl fiel auf die Steinpackung des Rattenplatzes, welche oberhalb das Anlegen des Bootes an einem im Wasser liegenden Baum sehr vereinfachte.
    Mit allen Warnungen von Uli, mich der Steinpackung nicht zu widmen überlegte ich mir am Platz angekommen in Ruhe wie ich am besten das Umlenken ausführen könne.
    Mit einer Umlenk-Stange bewaffnet kundschaftete ich erst einmal die Kante nach interessanter Struktur ab, und setzte danach die Stange an der Packung, was noch ohne Probleme verlief.
    Im nachhinein probte ich jedoch das heranfahren an die Packung einhändig, und mir wurde rasch klar das mich diese Akt überfordern würde, und unnötiges Risiko für Leib und Gerät wurde von mir vorweg einfach ausgeschlossen.
    Am nahesten liegend widmete ich mich also wieder meiner Sandbank, welche aber über die Nacht hinweg wieder keine Aktion lieferte.


    Wieder machte ich mir Gedanken an welchen Platz ich mich als Nächstes aufhalten könnte.
    Der Regen setzte gegen 14:00 Uhr ein, doch ich zog meine Regen-Bekleidung an und begab mich spontan, ab Oglio Mündung Fluss ab, da dieses Flussgebiet von mir noch nie erblickt wurde.
    Etwa 6km fuhr ich Fluss ab, doch die erblickten Stellen erschienen mir doch noch zu riskant, bis mir bei der Rückfahrt die steil abfallende Sandbank ca. 150m oberhalb der Augustinerwiese, an denen die toten Bäume drin liegen auffiel.
    Nach etwas Suche nach einem geeigneten Platz legte ich das Boot dort an und legte eine Rute Fluss auf, und zwei Ruten Fluss ab, wobei eine an der Sandbank platziert wurde und eine intuitiv direkt neben einem frisch ins Wasser gefallenen Baum.


    Keine Stunde verging bis ich einen heftigen Fehlbiss auf die Rute am Baum kassierte was mich natürlich auch auf gewisse Weise freute, denn es gab eine Aktion.
    Die Ernüchterung kam aber als ich die Montage einholte, die Karausche nicht überlebt hatte und ich meinen Köderfischvorrat etwas überschätzt hatte, denn es war kein weiterer mehr vorhanden.
    Ich entschloss mich aber die anderen gelegten Ruten liegen zu lassen und hoffte auf eine weitere Aktion.







    Die verbleibenden beiden Ruten waren leider am Morgen extrem mit Kraut verdreckt, und nach Betrachtung der Menge des Krautes war meiner Meinung wahrscheinlich schon nach Beginn der Nachtruhe eine Fängigkeit ausgeschlossen.


    Ich begab mich zurück ins Camp bei der mir in die Einfahrt im Oglio die extremen Massen an Äschen auffielen und prombt kam mir der Gedanke, vielleicht noch einmal den Oglio in Angriff zu nehmen, da sich auch der Wasserstand zu diesem Zeitpunkt etwas verändert hatte.
    Kurz darauf besprach ich es mit Uli, welcher nur sagte das man diese Abrisse auch gut vom Steg aus befischen könne.
    Weiter besprachen wir das Thema nicht, doch für die nächste Nacht plante ich diesen Platz zu befischen.
    Der Nachmittag verging bis ich wieder zum Steg ging und mir einen Überblick verschaffte.
    Da ich mir aber nicht zu 100% sicher war ob die Schnüre nicht andere Befahrer des Flusses beeinträchtigen oder sogar gefährden könnten, befischte ich vor einem nächsten Gespräch mit Uli, um genau zu planen wie die Ruten im Oglio verlaufen könnten, meine alte Sandbank, ohne Erfolg.


    Mit Uli besprach ich dann am nächsten Morgen am Steg den Angelplatz, berichtete alle anderen Gäste über mein Vorhaben, sodass jeder die Schnüre ohne Probleme passieren kann und machte mir mit dem Schlauchboot erneut einen Überblick über den Sandbank-Abriss im Oglio, da er durch den relativ geringen Wasseranstieg nicht mehr genau an der Oberfläche ersichtlich war.
    Prombt setzte ich die Umlenker, bereitete die Steine, Reißleinen und den Rest vor, und gönnte mir bis geplanten Setzen der Ruten gegen 17:00 Uhr eine Mütze Schlaf auf der Bank in der Wallerstube.


    Im Verlauf des Nachmittages erhielten dann alle eine Meldung, dass es diesen Abend und vielleicht auch in der Nacht Sturm mit Gewitter geben soll und wir uns darauf einstellen sollten.


    Wie geplant ging ich zum Steg und legte gegen 17:00 Uhr meine Ruten aus.





    Eine sehr ruhige Lage des Wetters nach dem Legen der Ruten ließ in keinster Weise darauf schließen welche Naturgewalt diese Ebene am Abend erreichen sollte, bis mir die riesige Wolke am Himmel auffiel.
    Die Vorhut kam gegen ca. 18:30 Uhr mit relativ normalen Regenfall, bis es dann ca. eine halbe Stunde später wie aus Eimern schüttete.
    Das Ganze hielt ca. eine Stunde an, bis sich die Wetterlage wieder entspannte und ich dachte das nichts weiteres folgen sollte, doch ich lag falsch.
    Gegen Mitternacht begann ein Sturm welchen ich erst nur einmal in meinem Leben, im Wahnsinns-Sturm ca. 2002 in Berlin/Brandenburg erlebte.
    Das Boot befestigte ich vorsichtshalber noch am Heck mit dem Steg um sicher zu gehen und kontrollierte das Bootszelt auf Festigkeit, und verkroch mich auf die Liege.


    Mein Gedanke welcher mich während des Sturms etwas zum lachen brachte war: Hauptsache die Ruten liegen laugh4 , denn von meinen Glöckchen konnte ich nichts mehr wahrnehmen.


    Der Sturm hielt mich wach bis ein bekanntes Geräusch meine Aufmerksamkeit erregte, denn es klang doch wie meine Glöckchen.
    Ohne große Hoffnung öffnete ich doch mal kurz das Zelt und sah tatsächlich eine krumme Rute im Halter.
    Nur in Shirt und Badehose stürmte ich zur Rute, setzte den Anhieb und zog einen kleinen Racker vom Hauptboot heran und landete ihn.
    Es war nicht der Größte, aber trotzdem ein absolut geiles Erlebnis.



    Natürlich durfte der kleine Kumpel auch gleich wieder in sein Zuhause zurück.


    Nach diesem Fisch legte ich mich trotz des anhaltenden Sturms schlafen und wachte bei ruhiger Wetterlage am Morgen gegen 8 Uhr wieder auf und räumte den Platz von den Ruten.


    Meine Entscheidung den Oglio ein weiteres mal auf die gleiche Weise zu befischen stand schon früh fest.
    Jedoch setzte ich den nahesten Umlenker noch etwas weiter als den bisher Weitesten, da der Längs-Abriss in Richtung Po immer steiler und tiefer wurde.


    Zum Glück kamen alle anderen Gäste unbeschadet wieder ins Camp, wobei Einer doch eine haarige Situation im Sturm hatte als sich mitten in der Nacht die Verankerung des Bootes lößte.


    Noch am Vormittag bereitete ich meinen nächsten Ansitz im Oglio vor, genoss eine ordentliche Fuge Bratkartoffeln mit Speck und Eier und machte wieder einen kleinen Mitttagsschlaf in der Wallerstube.


    Als ich meinen Ansitz am Steg gegen 18 Uhr vorbereitete sprach ich mit einem weiteren Gast welcher mir berichtete, dass er gegen 20 Uhr mit Uli zum Spinnfischen aufbricht.
    Gerne hätte ich mich angeschlossen, doch meine Stelle am Oglio wollte ich lieber nochmals befischen.


    Die bevorstehende Nacht sollte mir zeigen wie schnell es gehen kann, viele Aktionen zu verzeichnen wenn die Ruten richtig liegen, und die Waller in Fresslaune sind.


    Genau 5 Minuten nachdem Uli mit seinen Gästen aufbrach, und sogar noch in Sichtweite war, versuchte ich mich einiger Würfe mit der Spinnrute an den nächst gelegenden Abriss, woraufhin ich einen Biss bekam.
    Die Freude war riesengroß, doch leider riss er während ich mich in das Schlauchboot begab samt des neu erhaltenden Rapala von Uli nach kurzer Zeit samt Vorfach ab, obwohl die Bremse richtig eingestellt war und der Fisch in gutem Tempo Schnur abziehen konnte.


    Als Uli doch vom Spinnfischen zurück kam stellte er einen Knoten mitten in der Hauptschnnur fest, welcher bei möglich vermehrten Aufkommen natürlich für diesen Schnurbruch verantwortlich gewesen sein könnte.
    Jeder bezahlt denke ich mal Lehrgeld und dieses Erlebnis wird mir in Zukunft mit Sicherheit nicht noch einmal passieren, denn um den Fisch mit Rapala am Maul tut es mir auch verdammt Leid :m_m:


    Nachdem ich mein Abendmal verspeißte begab mich so langsam auf die Liege.


    Bis mich um ca. 23 Uhr die Glöckchen wach machten :yes:


    Ein richtiger Einschlag zog durch die Rute, und die Schnur lief mit dem klicken der Rolle ab.
    Mit Mühe bekam ich die Rute aus dem Halter und dachte das muss jetzt ein großer Fisch sein.


    Ich begab mich ins Schlauboot und ließ mich zum Fisch ziehen.
    Auch Dieser ist für mich ein unvergessbares Erlebnis denn der Drill war einfach gewaltig.


    Im Oktober 2018 durfte ich schon bei einem Guiding mit Uli einen 1,96m Waller drillen, doch dieser im Oglio hatte viel mehr Kraft.
    Als ich den Fisch im Schlauchboot landete trieb es mir fast die Freudentränen über diesen Erfolg und die damit zusammen hängende harte Zeit eines Anfängers ins Gesicht, denn wie Robert - der ehemalige Guide von La Motta - der sich während meines Aufenthaltes für ca. 4 Tage im Camp aufhielt und den ich kennen lernen durfte sagte das jeder weitere Fisch, nach meinem Ersten eine Zugabe sei, welchem ich nur zustimme.


    Ich leinte den Fisch mithilfe von zuvor erhaltenen Tipps von Patrick und Daniel am gegenüberliegenden Ufer des Stegs an und bereitete mich auf das erneute Auslegen dieser gefallenen Rute vor.
    Als ich mich dann mit Stein, Köderfisch und Rute ins Schlauchboot saß und anfing die Reißleine mit dem Wirbel zu verbinden weckte wieder hinter mir ein vertrautes Geräusch meine Aufmerksamkeit, und bei einem Blick auf die Ruten sah ich schon die Nächste im Halbkreis im Halter.
    Leider konnte ich aber keinen Druck zum Fisch aufbauen.
    Zwar komplett überwältigt über diesen Abend setzte ich mich wieder ins Schlauchboot und legte die Rute neu aus.


    Die Äschen wurden die restliche Nacht ohne Ende auf die Sandbank geschoben, doch eine weitere Aktion konnte ich nicht verbuchen.


    Gegen ca. 1 Uhr Nachts kamen dann Uli und seine Gäste wieder mit einem wahren Gaumenschmauß zurück, denn zwar kein Waller hatte sich bei ihrer Tour gemeldet, doch ein Zander wurde gefangen.
    Der Fisch hatte 83cm, doch so ein Riesenvieh dieser Gattung hatte ich zuvor noch nie gesehen.


    Gleich am Steg wurde er dann filitiert und mir wurden ca. 2kg feinstes Filet übergeben, welches natürlich am nächsten Tag mit Freude verzehrt wurde :lecker:


    Schon bei Rückkehr der Spinnfischer von diesem Abend stellten sich zwei Gäste bereit um ein paar Fotos von meinem Fisch zu machen.
    Den Fisch schätzte ich auf ca. 1,80m, doch nach geschulten Blick vom Daniel stellte sich heraus das er nicht mehr wie 1,60 hatte.
    An Fisch-Längen möchte ich mich aber jetzt nicht weiter aufreißen.


    Am Morgen dann erwartete ich Frauke und Daniel gegen 9 Uhr am Steg woraufhin wir mit Daniel seinem Schlauchboot den Waller abholten, uns zur nächstgelegenen Sandbank begaben und wir ein paar coole Fotos machten.




    Noch weitere 2 Nächte verbrachte im am Oglio, doch konnte keine weitere Aktion verzeichnen obwohl die Äschen wieder wie verrückt auf die Sandbänke geschoben wurden und ich am letzten Tag sogar die Taktik etwas änderte und einen kleinen Karpfen, laut plätschernd, an der Oberfläche direkt am Abriss abspannte.


    Ein wenig Sentimentalität stieg langsam auf, da die nächste Nacht, meine Letzte in dieser Tour am Fluss sein sollte.


    Vor meiner letzten Nacht am Oglio entschloss ich mich noch etwas Sprit zu verbrennen, legte das Schlauchboot ab, lud alle nicht benötigten schweren Gegenstände aus dem Hauptboot, und machte noch eine Tour Fluss-auf.
    Bis zur Stelle bei welcher einer große Stromleitung über den Fluss führt fuhr ich, bis mir ein Schubschiff entgegen kam und ich aufgrund des starken Wellengangs sicherheitshalber frühzeitig an der Sandbank anlegte.
    Diese Zeit nutzte ich nochmals um meine Montagen auf Schäden zu kontrollieren und meine Haken zu schärfen, bis ich nach ein paar Zigaretten wieder den Rückweg antrat.



    Vor meinem letzten Ausritt bereitete ich schon einmal alles roh auf die Abreise vor und widmete mich nochmal einer ausführlichen Mahlzeit in der Wallerstube.





    Im Anschluss bereitete ich am Steg meinen nächsten Ansitz vor.
    Mein Plan war die Steinpackung, welche ich bei meinem ersten Guiding mit Uli im Okt. 18 schon mit befischen durfte, welche sich oberhalb des Suzarra Hafenbeckens auf der linken Seite mit Übergang auf ein Naturufer, wo ich mein Boot befestigen wollte, befindet.
    Um das Thema der Setzung der Umlenker und das Anbringen der Schnur nach dem Absenken des Steines an einer Steinpackung hatte ich mir an den Tagen zuvor schon Gedanken gemacht, und ich war mir sicher dieses Vorhaben auch mit den in 3 Wochen erlangten Kenntnissen über das Schlauchbootfahren und Auslegen realisieren zu können.


    Auf der Fahrt dorthin überkam mich in der Oglio-Ausfahrt ein Überfall an Äschen welchen ich zuvor noch nicht erlebt hatte.
    Um die ca. 15 große Äschen landeten in meinem Boot womit ich das ganze Camp mit Köderfischen hätte versorgen können.
    Bei meinem Plan die Steinpackung zu befischen warf ich aber alle, außer eine Kleinere, mit der Absicht sie als Köder zu benutzen von Bord, was sich aber als Fehl-Aktion herausstellte als ich einen Camp-Gast bei der Sandbank Nähe Alonso passierte und ihm über den Äschen-Überfall berichtete, denn wie er mit mitteilte hätte er die Fische gut gebrauchen können.


    Meine Fahrt ging weiter bis ich den Platz erreichte und mit Erleichterung feststellte, dass noch keiner sich an diesem Platz niedergelassen hatte.


    Ich legte das Boot am Naturufer an und plante wie bereits vor Tagen mein Vorgehen.
    Nachdem ich die Umlenker im Schlauchboot verstaut hatte verschaffte ich mir einen Überblick über die Struktur und legte mich schnell auf die zu befischenen Stellen fest, und setzte die Stangen in die Packung.


    Leider konnte ich den Umlenker der mittleren Rute nur sehr senkrecht in die Steine verkeilen, woraufhin sich herausstellen sollte, dass das Einhängen der Hauptschnur doch etwas mehr Geschick erfordern wird, da ich aus dem Schlauchboot aussteigen muss.


    Ich startete mit dem Legen dieser Rute und hatte auch wie erwartet ein wenig Probleme die Schnur einzuhängen, doch am Ende lief doch alles gut.
    Das Legen der weitesten Rute ergab keinerlei Probleme woraufhin ich die Kürzeste ohne Umlenker bei Ankunft am Hauptboot für das Auslegen vorbereitete.


    Nach kurzer Zeit war auch diese Montage im Wasser und ich war sehr stolz dieses Vorhaben nach meinen Vorstellungen vollendet zu haben.
    Da ich schon sehr frühzeitig ausgerückt war um genug Zeit für das Legen der Ruten zu haben richtete ich das Boot für den Rest des Aufenthalts an dieser Stelle her und verkeilte es mittels Stangen sicher, da auch an diesem Tag verstärkter Wind gemeldet war der sich beim Legen der Ruten auch schon etwas ankündigte.


    Zwischen vereinzelten stärkeren Böhen fanden sich auch ruhige Wetterlagen und bei einem gemütlichen Mahl auf dem Boot erwartete ich die bevorstehende Nacht.




    An dem Platz und dem Guiding im Oktober 2018 erinnernt machte ich noch einige Fotos und genoss noch jede einzelne Sekunde meiner letzten Nacht für diesen Trip am Grande Fiume Po.









    Mein Wecker wurde auf 6:00 Uhr gestellt da mein Zug von Mantova nach Verona schon um 09:30 Uhr abfuhr, sodass ich genügend Zeit hatte das Boot für die nächste Übergabe zu reinigen und meine Taschen zu packen.
    Leider verschätzte ich mich aber ein wenig in der Zeit und somit war ein wenig Eile gefragt.


    Schon bei meiner letzten Abreise im Oktober 2018 übermannte mich die Sentimentalität während der Fahrt und ich müsste stark lügen wenn sie es nicht auch bei dieser Heimreise tat.
    Uli brachte mich zum Bahnhof und mit jedem Meter den der Zug zurücklegte begann die Verarbeitung der letzten 3 Wochen und 2 Tage immer stärker. :adewink:



    Die Heimreise war sehr lang und bietete sehr oft Momente die Kamera einzuschalten und die Aufnahmen ein wenig durchzugehen.


    Auch diese Tour werde ich nie vergessen.


    Selbst in den Momenten in denen ich diesen Bericht schreibe bin ich noch übermannt von den Erlebnissen und es wird auch noch einige Zeit brauchen bis ich wirklich alles verarbeitet habe, da diese Zeit vor Ort mir nicht mehr vorkam als 3 Tage, anstatt der eigentlichen 3 Wochen und 2 Tage.


    Am Ende möchte ich mich hiermit noch bei dem Wallercamp La Motta :laMottapic: und Allen bedanken die ich bei diesen Trip kennen lernen durfte, und mir mit Rat und Tat bei Seite standen.
    Doch einen speziellen Dank an Uli der mir als blutigen Anfänger diese Tour vor Ort erst ermöglicht hat, denn es war sicher auch anstrengend jemanden mit noch geringer Erfahrung das Fischen am großen Fluss Italiens zu ermöglichen, auch wenn sich die letzte Woche schon als großer Fortschritt herausstellte.
    Ich möchte nun bei 2 geleerten Bier und der Freude bei dem Schreiben dieses Berichtes, und dem durchgehen aller Momente der Tour zum Ende kommen und wünsche Euch noch ein fettes :petri-heil:
    Ich hoffe man trifft sich mal im Camp


    Ciao Ciao

  • Ich grüße Euch hallo10


    es freut mich wenn Ihr Spaß beim Lesen hattet.
    Da die Erlebnisse noch sehr frisch sind, nutzte ich dies, um alles genau im Detail niederzuschreiben und auch in Zukunft die Möglichkeit habe mich an jeden einzelnen Moment erinnern zu können.
    Im Nachtrag möchte ich noch einige Fotos hinzufügen welche im Beitrag noch keinen Platz gefunden haben, doch nach meiner Meinung auch sehenswert sind.


    Bis dahin erstmal ciao










  • :servus:



    sehr schöner und aufwendiger Bericht,


    da sitzt man ne Zeit dran :respekt:hutheben:


    Tolle Pics :claphands:

    Gruß Hans


    Chuck Norris ißt keinen Honig , er kaut Bienen !
    Chuck Norris kann schwarze Stifte nach Farbe sortieren !
    Chuck Norris kann mit einer Lupe Feuer machen und zwar nachts !
    Aber er war noch nicht am Lago fischen Ätsch :aegypt: